Der Schwarze Freitag war ein DonnerstagIm Oktober 1929 kam es zu einer bedeutenden Börsenkrise
Der Schwarze Freitag - der eigentlich ein Donnerstag war - steht für den bis dahin schlimmsten Börsencrash und den Beginn einer Weltwirtschaftskrise.
Mit dem Schwarzen Donnerstag (engl. „Black Thursday“, 24. Oktober 1929) verbindet man den bis dahin schlimmsten Börsencrash der Geschichte. Der Schwarze Freitag war ein DonnerstagNachdem der Dow-Jones-Index schon in den Vorwochen einen deutlichen Rückgang hinnehmen musste, brach am 24. Oktober 1929 Panik unter den Anlegern aus. Die Börsenkurse brachen stark ein und viele Anleger waren nach Börsenschluss hoch verschuldet. Wie wurde ein Donnerstag zum Schwarzen Freitag?In Europa kennzeichnet man mit dem Schwarzen Freitag das gleiche Ereignis. Dass der besagte Donnerstag hierzulande zu einem Schwarzen Freitag wurde, wird zum einen damit begründet, dass durch die Zeitverschiebung die Nachricht über den Börsenabsturz erst nach Börsenschluss eingetroffen ist und damit die Panik an den europäischen Aktienmärkten erst an einem (schwarzen) Freitag ausbrach. Zum anderen hatte es zwei Jahre zuvor, am Freitag, dem 13. Mai 1927, an der Berliner Börse einen plötzlichen und empfindlichen Kurseinbruch gegeben. Schwarzer Freitag (Black Friday) in den USAIn den USA bezeichnet der Schwarze Freitag (Black Friday) hingegen den 24. September 1869. An diesem Tag kam es ebenfalls zu einem Börsencrash in den USA. Warum kam es zum Schwarzen Freitag?Ein zunächst nur leichter Rückgang des Wirtschaftswachstums in den USA ließ den überbewerteten Aktienmarkt am Schwarzen Donnerstag zusammenbrechen. Vorausgegangen war eine Spekulationsblase, die den Dow Jones von 100 Punkten im Jahr 1923 auf 331 Punkten anstiegen ließ. Dabei gehörten nicht nur Großanleger und Firmen zu den Spekulanten, die auf weiter steigende Kurse setzten, sondern auch zahlreiche Kleinanleger. Millionen von ihnen nahmen hohe Kredite auf, um sich davon Aktien zu kaufen und am vermeintlichen Kursanstieg zu profitieren. Der Börsenkurs gab dann im Dezember 1928 zum ersten Mal nach. Allerdings sahen die meisten Spekulanten und Makler keinen Grund zur Beunruhigung. Die US-Notenbank erhöhte im Zuge dieser Entwicklung die Zinsen auf langfristige Kredite, um die Kreditfinanzierung von Aktienkäufen zu bremsen. Da die Anleger weiterhin an steigende Aktienkurse glaubten, wechselten sie einfach in kurzfristige Kredite, und blähten so die Spekulationsblase weiter auf. Schließlich erreichte der Dow Jones einen Rekordhöchststand von 381 Punkten am 3. September 1929. Zu diesem Zeitpunkt waren etwas 10 Prozent der Aktienkäufe durch Kredite finanziert. Der Dow Jones im Oktober des Schwarzen FreitagsAls der Dow Jones dann im Oktober 1929 deutlich verlor, brach bei den Kreditnehmern Nervosität aus. Sie bemerken, wie hoch das Risiko war, das sie eingegangen waren. Zwar lag der Kurs noch auf einem recht hohen Niveau, aber er stagnierte. Ohne steigende Kurse konnten aber die Kredite nicht zurückgezahlt werden. Die Woche vor dem Schwarzen FreitagIm Zuge der aktuellen Entwicklungen war die gesamte Woche vor dem eigentlichen Zusammenbruch von Hektik und Angst gekennzeichnet. Makler arbeiteten bis tief in die Nacht und die Gegend um die New York Stock Exchange wurde von der Polizei vorsorglich abgesperrt. Der Dow Jones lag am 23. Oktober noch bei etwa 300 Punkten. Am Morgen des Schwarzen Donnerstags begann der Handel alles in allem recht ruhig. Ohne erkennbaren Grund änderte sich das gegen 11:00 Uhr. Von jetzt auf gleich brachten massive Verkäufe den Kurs in den Sturzflug. In Panik wurden viele Händler angewiesen, zu jedem Preis zu verkaufen. Der Handel brach mehrfach zusammen. Um 13:00 Uhr - nur zwei Stunden später - war der Gesamtwert der börsennotierten Unternehmen um 11 Milliarden US-Dollar gefallen. Dieser Verlust entsprach etwa 1,5 % des damaligen Jahres-Bruttosozialproduktes der USA. Der Schwarze Freitag in EuropaIn den USA setzte sich der Trend am Freitag unverändert vor. Die europäischen Börsen reagierten aber zunächst eher optimistisch auf den Zusammenbruch an der New Yorker Börse, da man vermutete, dass die amerikanischen Kreditgeber künftig ihr Geld wieder nach Europa verleihen würden, anstatt es an der Wall Street zu investieren. Der endgültige Zusammenbruch am darauffolgenden DienstagDie Kurse brachen erst am darauffolgenden Dienstag zusammen. Bis dahin waren die Kurse so weit gefallen, dass eine Rückzahlung vieler Kredite unmöglich geworden ist. Die Banken forderten ihr Geld zurück, und zwangen die Anleger dazu, ihre als Sicherheit hinterlegten Aktien zu verkaufen. Dies sorgte für massive Verkäufe zu jedem Preis. Das Handelsvolumen stieg weiter an, der Dow Jones fiel weiter und der Kurswert der Unternehmen fiel um weitere 14 Milliarden Dollar. Gestoppt wurde der Kurssturz zunächst nach etwa drei Wochen. Am 15. November stellte sich eine Seitwärtsbewegung ein. Der Dow Jones war auf 180 Punkte zurückgefallen. Einige glaubten nun, der Tiefpunkt sei erreicht und kauften wieder mit hohem Risiko die vermeintlich billigen Aktien. Kurze Zeit später fielen die Kurse dann wieder, bis es erst im Sommer 1932 zu einer Bodenbildung bei 41 Punkten kam - dem gleichen Wert, der am 26. Mai 1896, der Erstpublizierung des Dow Jones Index, erreicht wurde.
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